Dekansho — Magazin für Philosophie, Religion und Kultur-Brücke.
Dekansho ist ein monatlich erscheinendes Heft in deutscher Sprache für Leser:innen, die deutsche Philosophie, japanische Religion und die Übersetzungs-Linie zwischen Ost und West als laufende Lektüre-Praxis verstehen. Der Heftname kommt vom Dekansho-bushi (デカンショ節), einem japanischen Volkslied aus Sasayama in der Hyōgo-Präfektur, dessen Etymologie volkstümlich als Akronym aus „DEscartes", „KANt" und „SCHOpenhauer" gedeutet wird — den drei Philosophen, die in den Studenten-Internaten der späten Meiji- und Taishō-Zeit das Lese-Pensum prägten. 2015 wurde das Dekansho-bushi vom japanischen Kulturministerium als Japan Heritage anerkannt.
Der Takt ist monatlich. Acht Ressorts — Philosophie, Religion, Kultur, Musik, Literatur, Sprache, Geschichte, Dialog — bilden den Rahmen, in dem wir publizieren. Nicht jedes Heft füllt alle acht Felder gleich; mancher Band rückt drei Texte um eine konkrete Schopenhauer-Buddhismus-Linie zusammen, mancher bringt einen Schwerpunkt zur Meiji-Restauration mit deutsch-japanischen Übersetzungs-Notizen. Das aktuelle Juni-2026-Heft bringt vier Texte: das Dekansho-bushi aus Sasayama, Schopenhauer und die Vier Edlen Wahrheiten, einen Religionsvergleich Buddhismus-Christentum, und die Meiji-Brücke zwischen deutscher Philosophie und Japan.
Geschrieben ist Dekansho für Philosophie-Lesende mit Buddhismus-/Ost-West-Schwerpunkt, für Religionswissenschafts-Studierende, die einen sachlichen Vergleich zwischen Christentum und Buddhismus suchen, für Japanologie-Lernende, die die Lehnwort-Spuren der Meiji-Zeit im modernen Japanisch verfolgen, und für Kultur-Brücken-Bauende in Städtepartnerschaften, Deutsch-Japanischen Gesellschaften und Übersetzungs-Werkstätten. Wir setzen voraus, dass eine Bibliothek und eine Stunde Zeit pro Heft vorhanden sind; alles andere bringt das Heft mit.
Was uns inhaltlich wichtig ist, ist die Mischung aus philologischer Sauberkeit und kulturhistorischer Wachheit. Wir behandeln Schopenhauer nicht als spirituellen Guru, sondern als Übersetzer zwischen abendländischer Philosophie und buddhistischer Geisteswelt, der die Upanishaden in lateinischer Übersetzung las und daraus eine eigene Lehre formte. Wir behandeln den Buddhismus nicht als „Lebenshilfe", sondern als eigenständige Geistes-Tradition mit eigenen Schul-Linien (Theravāda, Mahāyāna, Vajrayāna). Wir behandeln das Dekansho-bushi nicht als deutsches Bildungsbürger-Souvenir, sondern als japanische Liedform mit eigener Pflege-Geschichte in Sasayama.
Was Sie hier nicht finden werden, sind Esoterik-Anleitungen, „Zen für Manager"-Ratgeber oder Japan-Folklore-Romantik. Was Sie finden werden, sind durchgearbeitete Lese-Routen mit Quellen-Angaben, philologische Notizen zu deutsch-japanischen Schlüssel-Begriffen, Hinweise auf akademische Tagungen, und gelegentlich eine Übersetzungs-Werkstatt zu einem konkreten Begriff (z. B. kū 空 / Leere / śūnyatā / Nichts).
Gastbeiträge
Dekansho nimmt Gastbeiträge an. Wer einen Text geschrieben hat — eine philosophische Notiz, einen Übersetzungs-Vergleich, einen Reise-Bericht aus Sasayama oder einer Städtepartnerschaft, eine Lese-Liste — und ihn bei uns sehen möchte, schickt eine Schreibprobe an [email protected]. Wir antworten in der Regel innerhalb einer Woche und honorieren angenommene Beiträge nach festen Sätzen. Kürze ist kein Nachteil; eine präzise Quellen-Angabe und eine klare These sagen mehr als drei Absätze Ost-West-Stimmung.
Dekansho ist für uns kein Folklore-Theater. Es ist die seltene Disziplin, in der eine Schopenhauer-Lektüre, eine Buddhismus-Quelle und ein Volkslied aus Sasayama in derselben Lese-Stunde Platz finden — sachlich, philologisch sauber, kulturhistorisch wach.